A Verbundvorspannsystemist eine Methode zur Verstärkung von Beton durch Spannen von Stahlspanngliedern nach dem Aushärten des Betons, wobei die Spannglieder dauerhaft mit dem Beton verbunden werden
Komponenten
Sehnen: Hochfeste Stahlseile oder -stangen
Kanäle: Kunststoff- oder Metallrohre, in denen die Sehnen untergebracht sind
Verankerungen: Vorrichtungen an den Enden, die Spannungen auf den Beton übertragen
Mörtel: Zementhaltiges Material, das die Kanäle füllt
Arbeitsprozess
1 Installationsphase
Die Kanäle werden entsprechend der Baukonstruktion in die Betonschalung eingebracht
In diese Hüllrohre werden vor dem Betonieren Spannglieder eingebracht
An beiden Enden der Spannglieder sind Verankerungen angebracht
2 Betongießen und Aushärten
Um die Kanäle und Spannglieder herum wird Beton gegossen
Man lässt den Beton auf eine ausreichende Festigkeit aushärten (typischerweise 70–80 % der Auslegungsfestigkeit).
3 Spannvorgang
Hydraulische Heber üben Spannung auf die Sehnen aus
Sehnen werden auf die angegebene Kraft gedehnt (normalerweise 70–80 % ihrer Endfestigkeit).
Die Spannung bleibt erhalten, während die Verankerungen gesichert sind
4 Bindungsphase
Der Mörtel wird unter Druck in die Kanäle gepumpt
Der Mörtel füllt alle Hohlräume zwischen Spannglied und Hüllrohr
Nach dem Aushärten stellt der Mörtel eine dauerhafte Verbindung zwischen Spannglied, Kanal und Beton her
Hauptvorteile
Erhöhte strukturelle Kapazität: Ermöglicht größere Spannweiten und dünnere Abschnitte
Risskontrolle: Reduziert oder beseitigt Risse unter Betriebslasten
Haltbarkeit: Die Bindung schützt die Sehnen vor Korrosion
Lastumverteilung: Spannungen werden gleichmäßiger in der Struktur verteilt
Anwendungen
Brücken und Parkhäuser
Hochhäuser
Industrieanlagen
Platten und Balken mit großen Spannweiten